Der Aufschlag ist der einzige Schlag, bei dem du den Ball selbst ins Spiel bringst — und genau das macht ihn für viele am Anfang einschüchternd. Niemand spielt dir zu, alles liegt bei dir. Die gute Nachricht: Du brauchst keinen spektakulären Profi-Aufschlag, um Spaß am Tennis zu haben. Ein ruhiger, zuverlässiger Aufschlag, der ins Feld geht, reicht für den Einstieg vollkommen — und den lernst du Schritt für Schritt.
Der Ballwurf entscheidet fast alles
Der wichtigste und am meisten unterschätzte Teil ist der Ballwurf, im Tennis „Toss“ genannt. Du wirfst den Ball nicht hoch und hoffst auf das Beste, sondern legst ihn fast in die Luft — ruhig, mit gestrecktem Arm, leicht vor deinen Körper. „Vor dem Körper“ heißt: Wenn der Ball ungestört zu Boden fiele, würde er knapp vor deinem vorderen Fuß landen.
Ist der Toss gut, ist der halbe Aufschlag gewonnen. Ist er zu weit hinten, hinter dir oder zu hektisch, kämpfst du gegen dich selbst. Übe den Wurf ruhig isoliert, ganz ohne zu schlagen — nur werfen und fangen, bis er an derselben Stelle landet.
Erst die abgekürzte Bewegung
Den vollen Aufschlagschwung lernst du nicht an Tag eins. Starte mit einer vereinfachten, abgekürzten Variante: Du hältst den Schläger schon hinter dem Kopf — als hättest du dir gerade auf den Rücken geklopft — und schlägst aus dieser Position nach oben zum Ball. Damit sparst du dir die komplizierte Ausholbewegung und konzentrierst dich auf den Treffpunkt hoch über dem Kopf.
Das Ziel ist, den Ball oben zu erwischen, mit gestrecktem Arm, und ihn ins gegenüberliegende Aufschlagfeld zu lenken. Wenn das verlässlich klappt, fügst du nach und nach die volle Schwungbewegung hinzu.
Konstanz vor Tempo
Es ist verlockend, von Beginn an draufzuhauen. Aber ein harter Aufschlag, der zu 80 Prozent im Netz oder im Aus landet, hilft dir im Spiel nicht. Stell dir lieber vor, du „servierst“ den Ball sicher rüber.
- Erst rein, dann schnell — Tempo kommt ganz von selbst, wenn die Bewegung sitzt.
- Gleicher Rhythmus — derselbe ruhige Ablauf bei jedem Aufschlag.
- Klein anfangen — ruhig erst aus dem Aufschlagfeld servieren, dann zurück an die Grundlinie.
Den Griff später verfeinern
Anfangs darfst du den Aufschlag mit deinem vertrauten Vorhand-Griff schlagen — Hauptsache, der Ball geht rein. Später wechselst du zum sogenannten Continental-Griff (du hältst den Schläger eher wie einen Hammer). Er fühlt sich zuerst ungewohnt an, ermöglicht aber später mehr Spin und Tempo. Diesen Schritt gehst du in Ruhe, wenn die Grundbewegung steht.
Bleib geduldig: Der Aufschlag braucht von allen Schlägen am meisten Wiederholung. Jede Stunde ein paar Minuten dran, und er wird Woche für Woche zuverlässiger.