Das längste Match aller Zeiten
Isner gegen Mahut, Wimbledon 2010: 11 Stunden und 5 Minuten über drei Tage — 70:68 im fünften Satz.
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Tennis-Kultur
Wie aus einem Rasenspiel der Profisport von heute wurde — die wichtigsten Wendepunkte, die größten Rekorde und ein paar Geschichten, die man kennen sollte.
Zeitstrahl
Der Brite Walter Clopton Wingfield lässt ein Rasenspiel namens „Sphairistike" patentieren — der direkte Vorläufer des modernen Tennis.
Der All England Club trägt sein erstes Turnier aus. Bis heute das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt.
Wimbledon nimmt das Dameneinzel ins Programm auf. Maud Watson gewinnt den ersten Titel — ein früher Meilenstein für Frauen im Tennissport.
Nach Wimbledon kommen die US-amerikanischen (1881), die französischen (ab 1891) und die australischen Meisterschaften (1905) dazu — zusammen die vier Grand-Slam-Turniere.
Mit einem Ländervergleich zwischen den USA und Großbritannien beginnt einer der traditionsreichsten Teamwettbewerbe im Tennis.
Die International Lawn Tennis Federation wird gegründet — der Vorläufer der heutigen ITF und Grundlage für internationale Regeln.
Die französische Tennis-Ikone unterschreibt einen Profivertrag und geht auf Tour — früh ein Zeichen für den Konflikt zwischen Amateur-Ideal und Profisport.
„Little Mo" gewinnt als erste Frau alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Kalenderjahr — mit gerade einmal 18 Jahren.
Die BBC überträgt Wimbledon erstmals in Farbe. Tennis wird damit nicht nur sportlich, sondern auch visuell zum TV-Ereignis.
Mit der Open Era dürfen Profis und Amateure gemeinsam antreten. Aus dem traditionellen Turniersport wird das moderne Profitennis.
Rod Laver gewinnt alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Jahr — bis heute der letzte Mann, dem das im Einzel gelang.
Statt endloser Sätze setzt sich nach und nach der Tiebreak durch — eine Idee von Jimmy Van Alen, die Tennis planbarer und zuschauerfreundlicher macht.
Neun Spielerinnen unterschreiben symbolische Ein-Dollar-Verträge und legen den Grundstein für das moderne Frauen-Profitennis.
Billie Jean King besiegt Bobby Riggs vor einem Millionenpublikum. Das Match wird zum Symbol für Gleichberechtigung im Sport.
Die US Open zahlen Frauen und Männern erstmals gleiches Preisgeld — ein historischer Schritt, stark geprägt von Billie Jean King.
Die ATP führt eine computerbasierte Weltrangliste ein. Plötzlich lässt sich die Weltspitze objektiv vergleichen.
Holzschläger verschwinden nach und nach. Metall, Graphit und größere Schlägerköpfe machen Tennis schneller — und für Einsteiger leichter spielbar.
Das Wimbledon-Finale zwischen Björn Borg und John McEnroe wird zum Klassiker — besonders der legendäre Tiebreak im vierten Satz bleibt unvergessen.
Als jüngster Herren-Einzelsieger der Wimbledon-Geschichte löst er in Deutschland einen beispiellosen Tennis-Boom aus.
Graf gewinnt alle vier Grand Slams und obendrein Olympia-Gold — Tennis ist in Seoul wieder olympisch. Diese Kombination in einem Jahr ist bis heute einmalig.
Mit aggressivem Grundlinienspiel, Power und beidhändigen Schlägen auf beiden Seiten prägt sie eine neue Generation.
Mit dem US-Open-Titel beginnt eine der prägendsten Karrieren der Tennisgeschichte — kraftvoll, dominant und stilprägend.
Roger Federer holt seinen ersten Grand-Slam-Titel — der Beginn einer Ära voller Eleganz, Rekorde und großer Rivalitäten.
Rafael Nadal gewinnt mit 19 Jahren die French Open. Damit beginnt seine außergewöhnliche Dominanz auf Sand.
Die elektronische Linienüberprüfung erlaubt Spielern, strittige Bälle per „Challenge" überprüfen zu lassen.
Federer gegen Nadal in Wimbledon: ein Finale über fast fünf Stunden, unterbrochen von Regen und entschieden in der Dämmerung.
Der Centre Court bekommt ein schließbares Dach — Regen unterbricht die großen Matches seither seltener.
Novak Đoković gewinnt drei Grand Slams und übernimmt die Weltranglistenspitze — aus dem Verfolger wird der Dominator.
Mit der Aufschlaguhr wird sichtbar kontrolliert, wie viel Zeit Spieler zwischen den Punkten haben. Tennis wird rhythmischer und TV-freundlicher.
Wegen der Corona-Pandemie wird Wimbledon erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg abgesagt — ein historischer Einschnitt im Tenniskalender.
Alle vier Grand Slams führen denselben Match-Tiebreak (bis 10 Punkte) für den finalen Satz ein.
Roger Federer beendet beim Laver Cup seine Karriere — sein Abschied markiert das Ende einer prägenden Ära.
Carlos Alcaraz besiegt Novak Đoković im Finale und zeigt: Die nächste Generation ist endgültig angekommen.
Rafael Nadal verabschiedet sich vom Profitennis — mit ihm geht einer der größten Sandplatzspieler und Kämpfer der Geschichte.
Leihschläger, Schnupperkurse, kleinere Trainingsgruppen und Online-Buchung machen den Einstieg leichter als früher — Tennis ist längst kein elitärer Clubsport mehr.
Rekorde & Kurioses
Ein paar Fakten aus der Tenniswelt, mit denen du am Platzrand glänzen kannst.
Isner gegen Mahut, Wimbledon 2010: 11 Stunden und 5 Minuten über drei Tage — 70:68 im fünften Satz.
Sam Groth schlug 2012 in Busan rund 263 km/h — oft als schnellster gemessener Aufschlag genannt. Auf ATP-Tour-Ebene werden meist Werte um 253 km/h als Rekord geführt.
Margaret Court und Novak Đoković stehen jeweils bei 24 Grand-Slam-Titeln im Einzel — Đoković hält den Rekord bei den Herren.
In Wimbledon gilt bis heute eine strenge weiße Kleiderordnung — sogar Schuhe, Schnürsenkel und Sohlen müssen weiß sein.
Eine verbreitete Theorie: vom französischen „l’œuf" (das Ei) — wegen der runden Null-Form. Beweisen lässt es sich nicht.
Boris Becker und Steffi Graf machten Deutschland in den 80er- und 90er-Jahren zur Tennis-Nation — Hallenplätze waren wochenlang ausgebucht.
Übrigens: Wie die Zählweise mit 15, 30, 40 genau funktioniert, erklären wir im Zählweise-Guide — und die großen Turniere von heute findest du bei den Grand Slams und aktuellen Events.
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