Tennis hat neben den offiziellen Regeln eine ganze Reihe ungeschriebener Höflichkeiten. Niemand erklärt sie dir beim ersten Mal, aber wer sie kennt, wirkt sofort angenehm und souverän — egal ob im Verein, in der Halle oder beim Schnuppertraining. Das Beste: Es sind kleine Gesten, die schnell zur Gewohnheit werden.
Rund um den Ballwechsel
Während ein Punkt läuft, gilt: ruhig sein und stillhalten. Kein lautes Reden, kein Herumlaufen, kein Handy. Konzentration gehört zum Spiel, und plötzliche Bewegungen oder Geräusche stören enorm.
Wenn du auf einem Nebenplatz wartest oder zuschaust, warte hinter dem Platz, bis der Ballwechsel zu Ende ist — und lauf niemals quer durchs Spielfeld oder durch das Blickfeld der Spielenden. Erst wenn der Punkt vorbei ist, überquerst du den Platz, zügig und mit einem kurzen “Danke”.
Kurz gesagt: Stör nie einen laufenden Ballwechsel — die paar Sekunden warten kostet nichts.
Bälle ordentlich zurückgeben
Liegt ein Ball der Nachbarseite auf deinem Platz, roll ihn flach zurück, sobald deren Punkt vorbei ist — nicht mittendrin und nicht mit einem hohen Schlag quer über den Zaun. Ein gerollter Ball ist leicht aufzunehmen und stört niemanden.
Auch beim eigenen Spiel hilft es, die Bälle vor dem Aufschlag einzusammeln, statt die ganze Zeit hinter verstreuten Bällen herzulaufen. Das hält den Rhythmus und zeigt Respekt vor der gemeinsamen Zeit auf dem Platz.
Fair rufen und pünktlich sein
Die wichtigste Höflichkeit überhaupt: Ruf deine eigenen Linien ehrlich. Im Zweifel entscheidest du für die Gegenseite. Diese Fairness ist die Grundlage dafür, dass Hobbytennis ohne Schiedsrichter funktioniert.
Sei außerdem pünktlich. Plätze sind oft stundenweise gebucht, und wer zu spät kommt, kürzt die gemeinsame Spielzeit oder bringt die nächste Buchung durcheinander. Ein paar Minuten Puffer zum Umziehen und Aufwärmen tun gut.
Nach dem Spiel
Auf Sandplätzen gehört das Abziehen dazu: Mit dem großen Netzbesen ziehst du die Spuren glatt, bei vielen Anlagen auch die Linien mit dem Besen sauber. Das dauert zwei Minuten und hinterlässt den Platz so, wie du ihn gern vorfindest.
Zum Schluss kommt eine kleine Geste mit großer Wirkung: der Handshake am Netz. Egal wie das Match ausging — ein kurzes Abklatschen oder Händeschütteln und ein “Danke fürs Spiel” gehören dazu. Es schließt die Partie versöhnlich ab und ist im Tennis selbstverständlich, vom ersten Schnuppertraining bis zum Vereinsmatch.
Du musst dir das alles nicht auf einmal merken. Nach ein paar Stunden auf dem Platz läuft das meiste automatisch — und du merkst schnell, wie viel angenehmer das Spiel wird, wenn alle sich an diese kleinen Regeln halten.